An was warmes denken / Tag der OP

Montag, 16.07. um 4.50 Uhr klingelt der Wecker – es geht also früh los! Am frühen Vorabend hab ich mir noch eine große Pizza gegönnt, Essen und Trinken sind aber ab jetzt tabu. Ab zum duschen, passende Kleidung und Waschzeug, Gehhilfen, sowie Bargeld und ein bisschen was gegen die Langeweile einpacken – Abfahrt! Um 6.30 Uhr habe ich mein Gespräch mit dem Narkosearzt, welches eigentlich recht kurz ausgefallen ist. Da bei mir keine Besonderheiten zu beachten waren, hat der Anästhesist noch kurz das Narkoseverfahren erklärt und mich über mögliche Risiken aufgeklärt – was muss das muss! Bei mir dauerte das Gespräch nur ca. 10 Minuten, danach war alles geklärt und von meiner Seite auch keine Fragen mehr offen.

Ich durfte nochmals kurz Platz nehmen, dann ging es Schlag auf Schlag. Kleidung ablegen und hinein in die OP-Uniform 😀 Wertsachen wurden in einem Spint gelagert und dann ging es zur OP-Vorbereitung. Ich wurde schon an die ersten Geräte angeschlossen und mein Bein wurde großzügig von den Haaren befreit 😉 (nur getrimmt, nicht mit einer Klinge glatt rasiert!) Anschließend trat dann auch der operierende Arzt ins Zimmer ein, begrüßte mich, fragte nach meinem Wolhergehen und markierte das zu operierende Knie mit einem grünen Marker – nicht das doch das falsche Knie aufgeschnitten wird 😀

Achja, die berühmte LMAA-Tablette hab ich nicht bekommen, ich war aber auch nicht wirklich nervös oder ängstlich – ein kleines bisschen aufgeregt ja, eher aber neugierig. Und so ging es dann auch gleich in den eigentlichen OP-Raum. Wie so einer aussieht wusste ich bereits, dennoch war ich etwas überrascht dass dort im Hintergrund Radio lief 😉 Die Ärzte und Arzthelfer/innen waren alle sehr freundlich und haben mich behutsam auf die OP vorbereitet. Als alles angeschlossen war und mein Knie bereits in die richtige Position geführt wurde, bekam ich noch eine Wärmefolie zum zudecken – denn es war ar***kalt!! Das Gebläse im OP-Raum lief wohl auf Hochtouren, ich hab richtig gezittert so kalt war es mir an den Füßen. Das sollte jedoch nicht von langer Dauer sein, denn einen Moment später wurde die Narkose eingeleitet. „Gleich wird es wärmer, einfach an was warmes und schönes denken….“ sagte mir der Anästhesist. Zwei Augenzwinker später spürt man bereits wie es im Körper warm wird und die Narkose langsam wirkt. Die Augen werden schwerer und schwerwer und auf einmal ist man einfach weg!

Wie lange die OP gedauert hat weiß ich leider nicht, ich schätze jedoch knapp 2 Stunden. Um 10.30 Uhr bin ich aufgewacht und wurde gleich fürsorglich behandelt. Direkt nach dem Aufwachen hatte ich doch etwas Schmerzen, eine Art Druck im Knie, was aber sofort mit den passenden Schmerzmitteln gelindert wurde. Zur obligatorischen Überwachung blieb ich ca. 45 Minuten im Aufwachraum, wurde dann auf mein Zimmer geschoben. Dort angekommen war es dann auch schon bald Zeit für das Mittagessen, es gab leckeren Schweinebraten – und es hat geschmeckt! 😉 Ich hab die Narkose sehr gut vertragen, keine Übelkeit oder Kreislaufprobleme.

Neben dem Verband hatte ich zwei Drainagen (je Löchlein eine Flasche), Thrombosestrümpfe und eine feste Schiene an um das Bein ruhig zu stellen. Des Weiteren habe ich noch schmerzstillende Tabletten bekommen (welche es genau waren weiß ich nicht mehr) und hab den Nachmittag mit meinem iPad totgeschlagen. Die Nacht war leider unbequem und kurz. Um 6 Uhr morgens wird man für die erste Thrombosespritze geweckt, die restlichen 9 Stück darf man sich dann täglich selbst verabreichen. Also gut aufpassen wie die Schwester das macht damit es beim Selbstversuch die Tage danach keine blauen Flecken gibt 😉 Ich durfte nochmals eine Stunde schlafen bevor man erneut geweckt wird, dieses mal zum Frühstück. Um kurz nach 9 ging es zum Verbandswechsel – mit ein paar Schweißperlen auf der Stirn. Von vielen Bekannten habe ich zuvor gehört dass das Schläuche ziehen eine sehr unangenehme Sache sei. Pustekuchen, als würde man ein Pflaster abziehen – mehr war da absolut nicht zu spüren, also keine Bange 😉 Über die Wunde bekam ich noch wasserdichte Pflaster geklebt mit denen man auch ohne Bedenken duschen kann! Und das war es dann auch schon. Die Thrombosestrümpfe musste ich 7 Tage tragen, ebenso die feste Manschetten-Schiene. Mein Aufenthalt in der Klinik war an dieser Stelle zu Ende, Sachen packen, auschecken und dann wurde ich von einem Familienangehörigen abgeholt.

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