Risiken und mögliche Komplikationen bei einer Kreuzband-OP

Trotz moderner Methoden und unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen kann man Risiken nicht gänzlich ausschließen, letztendlich sind sie jedoch eher gering. In jedem Fall wird der Arzt den Patienten im Vorfeld über die bevorstehenden Risiken aufklären.

Allgemeine Risiken:

Wie bei jeder Operation gibt es auch bei einer Arthroskopie allgemeine Operationsrisiken, wie z.B. Wundheilungsstörung, Verletzung von Nerven und Gefäßen (führt zu Taubheitsgefühl / Lähmung) sowie Infektion durch Bakterien. Letztere sind auf Grund minimalinvasiver Techniken sehr selten geworden. Zudem besteht die Gefahr einer Thrombose, bei der die Durchblutung des betroffenen Körperteils durch ein festsitzendes Blutgerinnsel gestört wird.

Mögliche operationsspezifische Komplikationen nach einer Kreuzband-OP:

Zu den früh auftretenden Komplikationen nach einer OP zählt die Nachblutung in das Gelenk oder die Entnahmewunde. Dies kann zu einem schmerzhaften Bluterguss und einer Bewegungseinschränkung führen. Im schlimmsten Fall hat dies letztendlich eine Infektion zur Folge. Zu den spät auftretenden Komplikationen zählen eine verbleibende Reinstabilität und/oder eine Bewegungseinschränkung des Kniegelenks (fehlende Streck- oder Beugefähigkeit).

Eine weitere mögliche Spätfolge der Kreuzbandplastik ist die sogenannte Arthrofibrose. In über 10% der operierten Kniegelenke tritt diese krankhafte Vermehrung von Bindegewebe auf. Dabei kommt es nach dem Eingriff zu einer überschießenden Bindegewebsbildung, die zu einer mehr oder weniger starken Einsteifung führt.

Eine sekundäre Form der Arthrofibrose ist das sogenannte Zyklopssyndrom, bei dem es sich um Narbengewebe im vorderen Gelenkraum handelt. Das Zyklopssyndrom tritt nach ca. 15% der operierten Kreuzbänder auf, führt jedoch nur bei 2% der Patienten zu spürbaren Problemen. Das störende Narbengewebe wirkt dabei mechanisch und verhindert dass das Kniegelenk die volle Streckung erreichen kann.

Bei den meisten Patienten wird als Ersatztransplantat eine körpereigene Sehne verwendet. Nur in sehr seltenen Fällen kommt es dabei vor, dass das neue Kreuzband nicht vollständig einheilt oder auf Grund einer körperlichen Reaktion gegen die Transplantation / Fixationsmaterial gar abgestoßen wird.

Eine inkorrekte Positionierung der Bohrkanäle, sowie eine falsche Transplantatwahl und –fixierung können im weiteren Verlauf zu einer Beuge- / Streckhemmung und einer Instabilität führen. Die falsche Fixierung des Transplantates kann zudem eine Transplantatlockerung zur Folge haben.