Das Kreuzband

Welche Funktion hat das Kreuzband?

Jeder Mensch hat je Kniegelenk zwei Kreuzbänder – ein vorderes und ein hinteres Kreuzband. Der Name wurde wohl von der Struktur der Bänder abgeleitet, die ineinander kreuzförmig verlaufen und in in etwa drei bis fünf Zentimeter lang sind. Das Kreuzband gehört zu den wichtigsten Strukturen im Kniegelenk und ist für die Stabilität des Kniegelenks, sowie auch für den harmonischen Bewegungsablauf notwendig. Intakte Kreuzbänder sind für eine normale Beanspruchung des Kniegelenks und erst recht für die Sportfähigkeit Vorbedingung. Die Kreuzbänder besitzen eine enorme Reißfestigkeit und können einer Gewichtsbelastung von über 200 Kilogramm stand halten. Bei gesunder und normaler Funktion des Kreuzbandes sorgt es dafür, dass die Bewegungen zwischen den Knorpelflächen harmonisch ablaufen und beugt somit einem vorzeitigen Verschleißprozess vor. Neben diesen mechanischen Funktionen besitzen die Kreuzbänder auch sensible Funktionen. Durch Rezeptoren im Bandknochenübergang werden Stellung- und Spannungsänderungen nerval weitergegeben.

Wie / Wann reißt ein Kreuzband?

Die häufigste Ursache für einen Kreuzbandriss ist die sogenannte „Flexions-Valgus-Außenrotations-Verletzung“. Dabei kommt es zu einer Knieverdrehung bei feststehendem Unterschenkel. Das Knie wird unfreiwillig gebeugt, kommt in die X-Bein-Stellung und wird nach außen gedreht. Diese Art der Verletzung passiert vor allem bei Sportarten wie Fußball oder Skifahren.

Gerade bei Kontaktsportarten mit Zweikampfsituationen (Fußball, Handball, Basketball,…) aber auch bei sogenannten „Stop-and-Go“-Sportarten wie Squash und Tennis kann ein abrupter Richtungswechsel, eine plötzliche Drehbewegung oder ein schnelles Abstoppen zu einer Bandverletzung führen. Es gibt natürlich noch viele weitere Formen und Ursachen einer Kreuzbandruptur. Dazu gehören unter anderem die Patellaluxation (Auskugelung der Kniescheibe), der harte Aufprall am Armaturenbrett bei einem Verkehrsunfall (dashboard injury) oder zu starke Streck- und Beugebewegungen (Hyperextension bzw. Hyperflexion). Bei einer Ruptur des Kreuzbandes entsteht in 80% der Unfälle eine sogenannte Begleitverletzung, wie etwa eine Meniskusläsion oder dem Riss des Innen- bzw. und/oder auch des Außenbandes.

Welche Sportarten sind besonders betroffen?

Ein besonders hohes Risiko bergen alle Sportarten bei denen es zu Zweikampfsituationen mit gegnerischem Kontakt kommt (Fußball, Handball, Basketball, Football, Rugby, Judo, Ringen). In den Wintermonaten sind zudem viele alpine Skifahrer betroffen und erleiden einen Kreuzbandriss. Aber auch ohne Zweikampfsituation kann es zu einer Bandverletzung kommen, bsp. durch stumpfe Hallenböden und gut greifenden Schuhsohlen. Die Wahrscheinlichkeit sich beim Schwimmen, Radfahren oder Joggen (ohne Unfall) einen Kreuzbandriss zuzuziehen ist dagegen sehr gering.

Welche Folgen hat ein Kreuzbandriss?

Bei einem Riss des Kreuzbandes entsteht eine Knieinstabilität, d.h. es kommt bei jeder Bewegung im Kniegelenk zu einer vermehrten Verschiebung zwischen Unterschenkel und Oberschenkel. Sportliche Aktivitäten sind meist nicht mehr möglich, da man sich auf sein „Wackelknie“ nicht mehr verlassen kann. Bei Profifußballern ist der Kreuzbandriss die häufigste Ursache für ein vorzeitiges Karriereende. Je nach Verletzungstyp kann diese Verletzung aber zunächst auch unentdeckt bleiben. In der Folge eines unbehandelten Kreuzbandrisses kann es im Laufe der Jahre passieren, dass die Menisken (Zwischengelenksscheiben zur Pufferung) und der Gelenkknorpel beschädigt werden. Ein Kreuzbandriss ist somit eine schwerwiegende Verletzung des Kniegelenks, der eine Funktionsstörung des Gelenks verursacht und im schlimmsten Fall zum vorzeitigen Gelenkverschleiß, sowie zur Kniearthrose führen kann. Eine frühe Diagnose, die richtige Behandlung und eine geeignete Therapieform können diese negativen Spätfolgen vermeiden.

Wie kann ich mich vor einem Kreuzbandriss schützen?

Präventionsmaßnahmen werden heutzutage immer wieder diskutiert, es bestehen jedoch keine wissenschaftlich fundierten Hinweise, dass mit gezielten Übungen oder Strategien ein Kreuzbandriss verhindert werden kann. Ein optimaler Trainingszustand mit entsprechend kräftiger Muskulatur trägt jedoch dazu bei, das Kniegelenk zu stabilisieren und die Bänder somit zu entlasten.

In jedem Training / Spiel / Wettkampf sollte sich der Sportler kontrolliert aufwärmen. Ob, und welche Dehnübungen in welchem Umfang getätigt werden sollen/müssen, wird ebenfalls kontrovers diskutiert. Jeder Sportler handhabt dies anders und verlässt sich dabei auf sein eigenes Körpergefühl. Nach längerer Sport- und Trainingspause sollte man sich bei Wiederaufnahme des Sports langsam herantasten und die Belastung kontrolliert steigern. Ermüdete Sportler sollten sich eine Pause gönnen um die Rehabilitation der Muskulatur zu fördern. Angeschlagene und verletzte Sportler sollten bis zur vollständigen Regenerierung den Sport nicht ausüben.

Wie wird ein Kreuzbandriss behandelt? –> siehe Hauptartikel Behandlung & OP

Wie gestaltet sich die Rehabilitation nach einer Kreuzbandplastik? –> siehe Hauptartikel Reha