Viele Ärzte, viele vermeintliche Diagnosen

Wie bereits erwähnt habe ich mir bei meinem Sturz neben der Verletzung am Knie auch noch das Schlüsselbein gebrochen. In den ersten Tagen nach meinem Unfall war mein Knie leicht angeschwollen, jedoch konnte ich noch mit normalem Gangbild laufen und hatte auch keine Schmerzen. Dennoch merkte ich dass irgendetwas nicht stimmte. Nun gut, ich musste wegen meinem Schlüsselbeinbruch ohnehin zur Röntgenkontrolle (7. Tag nach dem Unfall) und habe den Arzt bei dieser Gelegenheit auch nochmals gebeten das Knie zu untersuchen – es war im übrigen ein anderer Arzt als am Unfalltag.

Aber auch der zweite Unfallchirurg plädierte für eine Art Prellung am Schienbeinkopf und meinte dass das Knie an sich völlig in Ordnung sei. Eine Kniebeuge als Test die ich ohne Schmerzen und Probleme ausführen konnte reichte ihm wohl um sicher zu gehen … Ich sollte das Knie kühlen und mit entzündungshemmenden Salben eincremen.

Springen wir in die zweite Woche nach dem Unfall. So langsam kamen die ersten Anzeichen dass mit dem Knie doch etwas nicht ganz in Ordnung war. Die leichte Schwellung war noch immer da, ich würde jedoch nicht behaupten dass diese größer geworden ist. Dennoch merkte ich dass ich das Bein nicht mehr ganz anbeugen konnte, ebenso hatte ich ein leichtes Streckdefizit. Grund genug um mich an meinen Orthopäden des Vertrauens zu wenden.

 

Am 06.06. (13. Tag nach dem Unfall) war ich bei meinem Orthopäden und mit dem ersten Griff an mein Knie sagte er sogleich:

Mit ihrem Knie ist etwas definitv nicht in Ordnung, gut dass Sie gekommen sind! Hat man das im Krankenhaus denn nicht bemerkt?

Scheinbar nicht, oder vielleicht wollte man es einfach nicht bemerken? Laut meinem Orthopäden hatte ich eine deutliche Ergussbildung die ein jeder Arzt erkennen müsse, zudem eine eingeschränkte Bewegungsfunktion. Mein Orthopäde vermutete anfangs eine Läsion am Innenmeniskus, konnte aber auf Nachfrage von mir auch eine weitere Bänderverletzung, speziell des Kreuzbandes, nicht ganz ausschließen. Das anschließende punktieren des Kniegelenks ergab eine bernsteinfarbene Ergussflüssigkeit – eigentilch ein gutes Zeichen. Denn wird beim punktieren blutige Flüssigkeit abgenommen, muss man mit einer Bänderverletzung rechnen.

Natürlich überwies mich mein Orthopäde noch zum Kernspin um auf Nummer sicher zu gehen. Den Bericht dazu findet ihr hier

Aber nochmals zurück in das Krankenhaus das meinen Schlüsselbeinbruch behandelte. In der dritten Woche nach dem Unfall wurde ich nochmals zur Kontrolle gebeten – wieder ein anderer Arzt! Nach dem Röntgen meiner Schulter war der Arzt damit zufrieden und so durfte ich meinen Verband zu diesem Zeitpunkt schon ablegen. Schlüsselbein ist soweit auch in Ordnung 🙂

Jedoch konnte ich es mir nicht verkneifen den Arzt auch dieses mal nach einer Meinung zu meinem Knie zu fragen. Aber auch der dritte Arzt im Krankenhaus war fester Überzeugung dass mein Knie inkl. Bänder in Ordnung sei und ich solle mir da keinerlei Sorgen machen. Ich bedankte mich noch nett und ging kopfschüttelnd aus dem Zimmer. Im Nachhinein bin ich sehr enttäuscht darüber, dass drei Ärzte im Krankenhaus meinen Kreuzbandriss nicht diagnostizieren konnten. Natürlich ist nicht jeder Test sofort eindeutig und so kann auch eine Verletzung am Kreuzband längere Zeit unentdeckt bleiben. Jedoch hatte ich zu diesem Zeitpunkt nun eine deutliche Ergussbildung und Bewegungseinschränkung. Und so schickte mich der eigentlich nette Arzt mit dem geschwollenen Knie wieder nach Hause. Naja, war mir letztlich egal – ich hatte ja bereits meinen Termin zum MRT

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